Der Döbel (Squalius cephalus; Syn. Leuciscus cephalus), auch Alet, Eitel oder Aitel genannt, ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae).  In Bayern und Österreich wird der Döbel auch Aitel genannt („der Aitel“ oder auch „das Aitel“), im Alemannischen Alet (etwa am Bodensee und in der Schweiz).

Der im Durchschnitt 30 bis 40 Zentimeter lange und 1 Kilogramm schwere Döbel hat einen gestreckten und seitlich abgeflachten, torpedoförmigen Körper. Der Kopf ist sehr groß und das endständige Maul breit. Das Maul hat statt der Zähne eine durchlaufende Hornschneide. In seinem Habitus ähnelt er dem Aland (Leuciscus idus), hat aber größere Schuppen mit einer dunklen Umrandung, die eine netzartige Zeichnung ergeben, und eine nach außen gebogene Afterflosse. Der Rücken und die Flanken sind silbern bis golden, die Bauch- und Brustflossen rötlich gefärbt. Ähnlich wie beim Karpfen kann die Länge (und damit das Gewicht) je nach Gewässer und natürlichem Nahrungsvorkommen stark differieren.

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Der Döbel ist in fast ganz Europa mit Ausnahme Schottlands, Irlands und dem äußersten Norden Skandinaviens zu finden. Sein Hauptverbreitungsgebiet hat der Döbel schwerpunktmäßig in Großbritannien mit den größten Beständen, außerdem in Frankreich, Benelux sowie West- und Süddeutschland. Der in Süddeutschland vorherrschende Döbel ähnelt in seiner Lebensweise stark dem Aland, welcher in Norddeutschland dominiert. Im Unterschied zum Döbel besiedelt der Aland allerdings auch größere Fließgewässer, Kanäle und Seen.

Der Döbel gehört zu den Leitfischen der Äschen- und Barbenregion. Er lebt sowohl in stark strömenden Bächen und Flüssen, von Flüssen durchzogenen Seen, als auch in aufgestauten Flussbereichen bis hin zu Kleingewässern wie etwa Entwässerungsgräben in der Feldflur. Jungfische halten sich meist noch in großen Schwärmen oberflächennah auf und erbeuten Anflugnahrung. Große Döbel leben vorwiegend alleine an Unterständen wie überhängenden Bäumen und Sträuchern, unter Brücken oder tiefen Gumpen eines Baches. Zu den bevorzugten Standorten zählen auch strömungsarme Bereiche hinter größeren Steinen oder kleine Buchten.

Typischerweise lebt er in kleinen Gruppen von etwa zehn Tieren.  Die Ernährung des Döbels ist recht abwechslungsreich, denn diese Fische sind Allesfresser, was bedeutet, dass sie die unterschiedlichsten Dinge verspeisen, um in der Natur zu überleben. Größere und somit ältere Exemplare fressen gerne kleinere Fische und Amphibien.

Die Geschlechtsreife wird mit 2–4 Jahren erreicht, zur Laichzeit von April bis Juni (je nach Wassertemperatur auch von Mai bis Juli) legen die Tiere dann etwa 100.000 Eier an Pflanzen oder in den Kiesgrund. Die Fortpflanzungszeit dieser Fischart beginnt im Frühling und zieht sich bis in den Juni hin. Der Döbel nutzt gerne die Gelegenheit, die Eier an Pflanzen oder Steinen, welche sich im Wasser befinden, abzulegen. Geschlechtsreif und somit fortpflanzungsfähig wird der Döbel nach ungefähr 2-4 Lebensjahren.

Döbel reagieren relativ empfindlich auf Wasserverschmutzungen und können ein Indikator für unbelastetes Bach- und Flusswasser sein. Gewässerregulierungen bedrohen den Bestand der Döbel, da sie auf grobkiesige bis schotterige Laichsubstrate mit sauerstoffreicher und schneller Strömung angewiesen sind, und sich in kanalisierten Bach- und Flussläufen nicht vermehren können. Starker Sedimenteintrag im Gewässer und Schlammbildung kann das Schlüpfen der Jungfische verhindern.

In Forellenbächen wurde der Döbel während der Wintermonate als Laichräuber junger Forellenbrut vielerorts stark verfolgt. In Mittelgebirgsflüssen mit gemäßigten Wassertemperaturen kann er Forellen sogar verdrängen. Döbel bevorzugen in der Regel höhere Wassertemperaturen bis 26 °C.

Der Döbel dient als Wirt für den Lebenszyklus der Bachmuschel (Unio crassus).

Quelle:
Wikipedia und eigene Recherchen