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Wie tolerant muss man sein?

Ahr steingebilde

Die Ahr ist ein Kleinod unter den Gewässern Deutschlands und durch den Rückbau von vielen Querbauten ist sie auch wieder fast komplett durchgängig für die ehemals einheimischen Wanderfische Lachs und Meerforelle. Die Baumaßnahmen der letzten Jahre wurden mit einem erheblichen finanziellen Aufwand durchgeführt und trugen erheblich zur Renaturierung der Ahr bei. Die Arge-Ahr e.V. begleitetet von Anfang an diese Maßnahmen und ist erster Ansprechpartner für alle federführenden Behörden. Die Renaturierung hat Vorteile für uns Angler, aber in erster Linie für die Natur, denn ein natürlich freifließendes Wasser bietet für Fauna und Flora deutlich mehr Lebensraum als ein künstlich angestautes oder betoniertes Flussbett. Wir als Pächter der Ahr sind ja auch eine Art von „Gewässerwächtern“ und wir achten sehr darauf, dass sich die Natur in jeder Form an und in der Ahr frei entwickeln kann. Dies sieht der eine oder andere Zeitgenosse offensichtlich ganz anders, wie Mario Malik, 1.Vorsitzender des ASV Lohrsdorf, mir berichtet.

Natürlich gehört die Ahr nicht einem Angelverein oder einem Pächter, aber es stellt sich mir die Frage, wie tolerant man denn sein muss, wenn aus Gründen, die man nur schwer versteht, wertvoller Lebensraum für Insekten und Fische zerstört wird. Die Steingebilde, um die es in dem angehängten Bericht geht, werden aus großen und kleinen Steinen gebaut, die ursprünglich als Strömungslenker in der Ahr verbaut wurden. Wie aus den Bildern ersichtlich, löste sich dieser nach und nach auf und die Ahr fließt ungebremst bergab.

strömungslenker Ahr                       Ahr steinmännchen

Um den Strömungslenker herum hatten sich ideale Bedingungen für Laichgruben entwickelt, die jetzt zerstört sind. Die Person, der die Steingebilde immer weiter baut, war bereits in einer anderen naturrelevanten Sache Teil von polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen, die jedoch nach Zahlung einer Geldstrafe eingestellt wurden. Diverse Ortstermine mit allen beteiligten Parteien, sogar Behörden, brachte kein Ergebnis und so werden immer weiter Steingebilde gebaut und gebaut. Ein Bericht dazu wurde in der Rheinzeitung Anfang August 2018 veröffentlicht, allerdings sehr einseitig nur aus Sicht des Erbauers der Steingebilde, hier geht es zur Ansicht des Berichtes.

Vielleicht haben andere Pächter der Ahr ähnliche Erlebnisse gehabt, daher würde ich mich über ein Anmerkungen zu diesem Bericht sehr freuen.

In Wikipedia steht zu Toleranz:

Toleranz, auch Duldsamkeitist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht. HIER geht es zu dem gesamten Eintrag.