Aktuelles Update – Grobe Verschmutzung des Ahbaches!

Verschmutzung des Ahbaches

Ein aktuelles Foto von heute vom Einlauf des Ahbaches  in die Ahr unterhalb von Ahrdorf. Offenbar wird hier verbotenerweise eine kalkhaltige Substanz von einem Anrainer entsorgt. Der Verschmutzer ist bekannt, wird aber bis zur Klärung des Vorfalls nicht genannt. Die zuständigen Wasser- und Naturschutzbehörden (Untere Wasserbehörde in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) wurden bereits informiert und sind schon vor Ort, um den Verursacher zu ermitteln und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden diese veröffentlicht.

Die neuesten Erkenntnisse hierzu mit Stand vom 29.03.2017:

Das Arge Ahr Mitglied Herr Dr. Rütz hatte die Kreisverwaltung Vulkaneifel, in deren Verantwortungsbereich der Verursacher der Verschmutzung seinen Sitz hat, über diese Umweltverschmutzung informiert. Die Abteilung Bauen, Umwelt und Schulen der Kreisverwaltung hat daufhin kurzfristig einen Ortstermin durchgeführt und sich ausführlich informiert.

Nachstehend ein Auszug aus dem Schreiben der Kreisverwaltung Vulkaneifel an Herrn Dr.Rütz:

„Die Gewässereintrübung beim letzten Regenereignis am 07./08.17 kam dadurch zustande, weil sich ein Zulauf zu einem Absatzbecken im Bereich der Überfahrt über den Ahbach…zugesetzt hatte.  Nach Inaugenscheinnahme der Örtlichkeit zusammen mit….konnte fesgestellt werden, dass sämtliche Zuläufe….im Bereich des Ahbachs…gereinigt und Instandgesetzt wurden. Aus wasserwirtschaftlicher Sicht erscheinen die getroffenen Maßnahmen geeignet, um einen größtmöglichen Schutz des Ahbaches vor Eintragungen zu gewährleisten.“

Herr Dr. Rütz steht nach wie vor in Kontakt mit dem Verursacher und es wird weitere Treffen geben. Das Ergebnis dazu werden wir wieder als ein weiteres Update in diesem Bericht veröffentlichen.

 

Totholz in Fließgewässern

Totholz

Wir alle kennen Totholz in unseren Gewässern, wobei man unterscheiden muss zwischen grobem Totholz (Durchmesser größer als 10 cm) und feinem Totholz (bis 1 cm bzw. unter 10 cm Durchmesser). Alles, was unter 1 cm groß ist, wird üblicherweise als Reisig (verholztes Material) oder Blätter (unverholztes Material) unterteilt.
Nachstehend ist die Bedeutung von Totholz in Fließgewässern aufgeführt:

Totholz in Fließgewässern
Bei allen Formen des Totholzes reden wir von organischem Material, was von außen in das Wasser hineingetragen wird oder was bereits im Fließwasser gewachsen ist, also abgestorbene Wasserpflanzen. Die Ansammlung von kleinem und kleinstem Totholz nennt man wissenschaftlich partikuläres organisches Material oder Detritus. Feinste Schwebstoffe aus gelöstem organischem Material werden als Feindetritus bezeichnet.

Totholz ist äußerst wichtig für die Gewässerentwicklung

Es dient als Lebensraum für die Fischfauna als auch für das Makrzoobenthos (alle Wasserinsekten), wobei die Größe mit entscheidend ist. Baumstämme und Wurzelstöcke, die nicht fest verankert sind, können ungehindert vom Hochwasser weggeschwemmt werden und stellen u.U. eine Gefahr für Brückenpfeiler und für Überschwemmungen in Wohngebieten dar.
Quelle: Dr. Jochem Kail, Dr. Ing. Marc Gerhard – Totholz in Fließgewässern – eine Begriffsbestimmung
www.totholz.de

Eine weitere sehr interessante Literatur zu diesem Thema ist die Broschüre „Totholz in Fließgewässern“ – Empfehlungen zur Gewässerentwicklung, von Dr. Ing. Marc Gerhard und Prof. Dr. Michael Reich

Totholz

Die Broschüre ist als .pdf Datei zum Download im www. verfügbar, einfach auf das Bild klicken und man wird automatisch dorthin geleitet. Das Herunterladen dauert je nach Verbindung zwischen 15 und 20 Sekunden. Man kann die Broschüre dann am Bildschirm lesen oder auch ausdrucken.

Der Insektenbestand in der Ahr

Zum Nutzen von Makrozoobenthosuntersuchungen für den Fliegenfischer am Beispiel der Ahr

von Dr. Heinz Rütz

Eintagsfliege, Köcherfliege, Steinfliege, Insektenbestand in der Ahr

Erfolgreiches Fliegenfischen bedingt der Situation entsprechend angepasstes Verhalten am Wasser, Beherrschung der notwendigen Wurftechnik und anbietetaktische Überlegungen. Zu den anbietetaktischen Überlegungen gehören die Wahl der richtigen Fliege, die Präsentation am richtigen Ort zur richtigen Zeit und auf die richtige Art und Weise. Dies ist ohne Grundkenntnisse der ökologischen Zusammenhänge und deren zutreffende Interpretation nicht möglich.
Da ein Großteil der Nahrung der Fische aus Wasserinsekten besteht, ist die Beschäftigung mit diesen Tieren für den Fliegenfischer traditionell von großer Bedeutung.
Die Makrozoobenthosuntersuchungen (Untersuchung der Lebensgemeinschaft der am Wassergrund lebenden wirbellosen Organismen) sind deshalb auch für den Fliegenfischer von Interesse.

Im Rahmen der im Jahre 2000 beschlossenen EG- Wasserrahmenrichtlinie, die in Deutschland rechtlich durch die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und durch die Oberflächengewässerverordnung (OGewV) umgesetzt wurde, werden für die Beurteilung der Wasserqualität regelmäßig Makrozoobenthos Untersuchungen durchgeführt (in NRW z.B. vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz alle 3 Jahre). Die Ergebnisse wurden den Fischereigenossenschaften oder interessierten Pächtern bisher gerne zu Verfügung gestellt.

Weitergehende Untersuchungen wurden aber auch bei größeren Naturschutzprojekten durchgeführt. So wurde im Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel die gesamten Gewässer der Verbandsgemeinde Adenau untersucht (Ahr und Nebengewässer über 500 km). Alle weiteren Ausführungen beziehen sich beispielhaft auf diese Untersuchung.

Die Untersuchungen wurden in den Jahren 2008 – 2009 jeweils im Frühjahr (März-April) und im Herbst (überwiegend im Oktober) durchgeführt.
In der Ahr selbst wurden insgesamt fünf Stellen untersucht (Insul an der alten Mühle, Brücke oberhalb des Campingplatzes in Schuld, Eichenbachmündung oberhalb Fuchshofen, zwischen Antweiler und Müsch und am Campingplatz der Gemarkung Dorsel).
Die Aufsammlung erfolgte mit einem speziellen Wasserkescher 25 x 25 cm, versehen mit einem Doppelfaden-Netz von 0,5 mm Spannweite. Die Methode ist normiert und ist auch bei den Untersuchungen im Rahmen der WRRL anzuwenden.
Die Auswertung erfolgt ebenso mit einem normierten Verfahren unter zur Hilfenahme von Stereolupe und Mikroskop. Die Aufarbeitung der Daten erfolgte mit der Software ASTERICS/Perlodes, die Besiedlungsdichten wurden hiermit auf Individuen je qm umgerechnet. Dies ist üblich, um Erhebungen miteinander vergleichen zu können.
Nicht in allen Fällen ist es möglich, Larven, die in unterschiedlichsten Entwicklungsstadien angetroffen wurden, bis auf die Art sicher zu bestimmen.
In diesem Fall wird nur das höhere taxonomische Niveau angegeben, das ist meist die Gattung,  die mit sp. gekennzeichnet wird. Zweck der Untersuchungen ist  vor allem biologische Parameter für das jeweilige Gewässer zu ermitteln und diese dann zu bewerten. Hierauf soll im Weiteren nicht näher eingegangen werden.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

In der Ahr wurden jeweils an einer Untersuchungsstelle zwischen 65 und 80 Taxa (Individuen) nachgewiesen.
Die Zusammensetzung im gesamten Untersuchungsgebiet war:

18,2 % Nicht-Insekten
9,5. % Eintagsfliegen
6, 4 % Steinfliegen
13,2 % Käfer
27,3 % Köcherfliegen
20   %. Zweiflügler
5.   %  sonstige Insektengruppen.

Für die Ahr alleine ist vermutlich der Anteil an Steinfliegen noch deutlich geringer, während der Anteil an Köcherfliegen höher ist. Die Ahr hat gegenüber anderen Gewässern im nördlichen Rheinland-Pfalz eine ca. 40 % größere  Artendichte. Die Anzahl der Arten ist in den Nebenflüssen allerdings deutlich geringer und nimmt auch flussabwärts der Ahr stetig ab.

–    Bei den Eintagsfliegen wurden in der Ahr insgesamt 21 Arten nachgewiesen.
–    Bei den Steinfliegen wurden 14 Arten ermittelt. Hierbei war aber nur die Leuctra sp. der Anzahl nach erwähnungswert.
–    Die Köcherfliegen waren mit insgesamt 60 Arten am zahlreichsten anzutreffen.
–    Die Diptera (Zweiflügler) waren natürlich bei der vorgestellten Untersuchung sowohl nach Arten aber auch der Anzahl nach sehr stark vertreten. Sie sollen aber ebenso wie Käfer (Coleoptera), Tricladida (Strudelwürmer) oder Gastropoda (Schnecken), nicht näher untersucht werden, da der Wert dieser Individuen für den Fliegenfischer von geringer Bedeutung ist.

Im Anhang finden Sie die Aufstellung  Insekten in der Ahr ( auf den Namen klicken, es öffnet sich dann eine Excel Tabelle ) hierin sind die Ergebnisse aller fünf Probestellen in der Ahr für Eintagsfliegen, Köcherfliegen und Steinfliegen getrennt geordnet zusammengestellt. Nachstehend eine Aufstellung dieser drei Insektengruppen nach Familien.

Die Eintagsfliegen (Ephemeroptera) bestehen hauptsächlich aus den Familien:

  • Baetidae
  • Heptageniidae
  • Leptophlebiidae
  • Ephemeridae
  • Ephemerellidae
  • Caenidae

Die Köcherfliegen (Trichoptera) bestehen hauptsächlich aus den Familien:

  • Rhyacophilidae
  • Psychomyiidae
  • Polycentropodidae
  • Hydropsychidae
  • Glossosomatidae
  • Hydroptilidae
  • Brachycentridae
  • Lepidostomatidae
  • Limnephilidae
  • Sericostomatidae
  • Odontoceridae

Die Steinfliegen (Plecoptera) bestehen hauptsächlich aus den Familien:

  • Perlodidae
  • Perlidae
  • Chloroperlidae
  • Taeniopterygidae
  • Nemouridae
  • Leuctridae

Welchen Nutzen können wir als Fliegenfischer aus dieser Information ziehen?

Zunächst muss noch einmal daran erinnert werden, dass die Bestandsaufnahme für den größten Teil der Insekten im Larvenstadium durchgeführt wurde und somit zu den für den Fliegenfischer so wichtigen Flugzeiten kein Zusammenhang besteht. Daher wurde im Anhang auf die Kennzeichnung des Zeitpunktes der Erhebung verzichtet. Weiter ist davon auszugehen, dass im Längsverlauf der Ahr unterschiedliche Strömung, Temperatur und Sauerstoffversorgung  und somit unterschiedliche Lebensbedingungen anzutreffen sind.
Dies hat auf die Zusammensetzung der Arten erhebliche Bedeutung. In der Ahr kann z.B. der Temperaturunterschied des Gewässers gelegentlich 5 Grad Celsius und mehr betragen.

Die Ergebnisse der Untersuchung können daher nicht vollständig auf andere Flussabschnitte der Ahr übertragen werden.

Die Erhebungen können naturgemäß aber auch nicht vollständig sein. Arten, die nicht gefunden wurden, fehlen deshalb nicht unbedingt. Die Liste ist für das zu befischende Gebiet (Pachtstrecke) aus eigenen Erkenntnissen und dem Studium der einschlägigen Literatur zu ergänzen.

Hierfür seien einige Beispiele aufgeführt:
Die Seretella ignita (früher Ephemerella ignita)  in der Fliegenfischersprache BWO (Blue Wingend Olive) genannt, ist in der oberen Ahr je nach Wetterlage von Mitte Juni bis Oktober häufig anzutreffen. Sie ist wegen ihrer sehr lange dauernden Oberflächenaktivität eine der wichtigsten Sommerfliegen. Dieses wichtige Insekt wurde in der Untersuchung aber nicht vorgefunden.

Die Steinfliegen Siphonoperla torrentium wurde in der Ahr zum Zeitpunkt der Erhebungen nur in sehr geringer Stückzahl angetroffen. Sie ist im Sommer und im Herbst als kleine gelbe Fliege aber zahlreich vertreten. Das Muster für diese Fliege ist die Yello Sally, eine ausgezeichnete Äschenfliege.
Ansonsten ist in dem geringen Aufkommen an Steinfliegen nur noch die Familie der Leuctridae wichtig, die zu Beginn des Frühlings und im späten Herbst mit dem Muster Needle Fly die Saison eröffnet und abschließt.
Ein Insekt kann also bei der Makrozoobenthos Untersuchung zahlenmäßig eine untergeordnete Rolle spielen, für den Fliegenfischer aber sehr bedeutsam sein. Manches Insekt kann aber auch nicht vorgefunden werden, da es in dem Gewässer nicht vorkommt.

So z.B. die in der Literatur oft ausführlich beschriebene Rhitrogena Germania (March brown) brauchen Sie indessen nicht nachzubilden, da sie in der Ahr definitiv nicht vorkommt. Dies gilt auch für die kleine Baetis niger (Iron Blue ). Da aber z.B. die Baetis muticus (kleine Olive) von Ende April bis Saisonende sehr häufig vorkommt, kann nicht auf ein Muster für kleine Oliven verzichtet werden.
Soll die Erhebung von Nutzen sein, so müssen die vorgefundenen Individuen also auf Tauglichkeit für das Fliegenfischen anhand der Fachliteratur untersucht werden.
Hieraus kann dann nach Kenntnis der ungefähren Flugzeit, der Größe, der Farbe und des Erscheinungsbildes das passende Muster entwickelt werden.
Selbstverständlich ist nicht für jedes Insekt ein eigenes Muster herzustellen. Gruppenmuster reichen meist völlig aus.
Da die Eintagsfliege Torleya major und die Köcherfliege Brachycentrus maculatus  in sehr großer Anzahl festgestellt wurden, empfiehlt sich für diese Fliegen ein spezielles Muster zu entwickeln.

Zusammenfassung:

Eine Makrozoobenthos Untersuchung ist eine Stichprobe der Unterwasserinsekten als Ergebnis einer bestimmten Untersuchungsmethode, zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort und den für diesen Zeitpunkt geltenden Umweltbedingungen.

Sie kann aber nie eine abschließende Bestandsaufnahme für das ganze Gewässer darstellen. Bei fachlicher Überarbeitung durch den Fliegenfischer in Hinblick auf die Verwendungsmöglichkeiten für das Fliegenfischen, d.h. Flugzeiten, Steigverhalten, Größe, Farbe und sonstiges Aussehen, kann die Makrozoobenthos Untersuchung jedoch die entomologischen Erkenntnisse über das Gewässer beträchtlich erweitern.
Eine gründliche entomologische Grundausbildung für den Fliegenfischer ersetzt sie indessen nicht.

Literaturempfehlung hierzu:
Reisinger, Bauernfeind, Loidl – Entomologie für Fliegenfischer,
Leon Janssen – Fliegenfischen

Weitere benutzte Literatur:
Dr. Maria Dommermuth
Erhebung und Bewertung des Makrozoobenthos im Einzugsgebiet der
Oberen Ahr, 2008  – 2009,
Klaus Enting
Kommentiertes Verzeichnis der in Rheinland-Pfalz nachgewiesenen
Steinfliegenarten,
Eiseler & Enting  2010
Checkliste der Steinfliegen in NRW
Arne Haybach & Peter Malzacher
Verzeichnis der Eintagsfliegen Deutschlands
Karola Winzer, 2006
Köcherfliegen
Peter J. Neu
Checkliste der Köcherfliegen Deutschlands
Wilfried Wichard, Rüdiger Wagner
Die Köcherfliegen
Jürgen Schrodt
Insektenkunde für Fliegenfischer

Bilderquellen: Wikipedia, A.S.V. Chiemsee, freie Bilder

 

Wie fasse ich einen gefangenen Fisch an?

Regenbogenforelle

Müssen Fische eigentlich für ein gutes Foto sterben?

Alle von uns, die einen schönen oder auch großen Fisch fangen, ihn fotografieren und dann aus Hege- oder anderen Gründen zurücksetzen wollen, sollten wissen, dass das Anfassen und Herausnehmen des Fisches aus dem Wasser eine große Stresssituation für den Fisch bedeutet, die u.U. zum Tod führen kann.
Eine der ersten Regeln, wie man einen Fisch nach dem Fang behandelt (und ggfls. zurücksetzen möchte) ist, ihn niemals mit trockenen Händen anzufassen. Tatsache ist, dass dadurch der Schleim, der die Fischhaut beschützt, angegriffen wird und der Fisch somit anfälliger für Infektionen jeglicher Art ist. Dies ist wissenschaftlich erwiesen und kann ein Sterbefaktor sein, jedoch ist einer der Hauptgründe für den Tod eines gefangenen Fisches die falsche Behandlung nach dem Fang.

Daher nachstehend einige Regeln, die zu beachten sind:
–    Der Fisch sollte so kurz als möglich gedrillt werden, so wie es das Fanggerät und die Vorfachspitze erlauben.
–    Immer einen Kescher mit einem schleimschonenden Netz verwenden.
–    Den Stress nach dem Landen auf ein Minimum begrenzen und sich schon vorher Gedanken machen über ein Foto.

Die anatomische Zeichnung zeigt die Innenstruktur und die äußeren Bestandteile eines Fisches. Besonders wichtig ist die Position des Herzens (rot umrandet) zwischen und unter den Kiemen und der Leber, knapp oberhalb der Brustflossen. Insbesondere die drei Organe Herz, Kiemen und Leber sind sehr anfällig für Schäden, die sofort oder mit Verzögerung zum Tod führen können.

Fisch Anatomie

Durch ein zu starkes Anfassen und Drücken des Fisches im Brustbereich komprimiert man das Herz und möglicherweise auch die Leber und die Kiemen. Daher können Fische, die einem zu starken äußeren Druck auf das Herz und anderen Organen ausgesetzt sind, zwar frei wegschwimmen, jedoch ist die Sterberate danach (und das kann Tage dauern) relativ hoch.

Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte:

Bachforelle, Fische anfassen      Regenbogenforelle, Fische anfassen

Der Griff der rechten Hand ist viel zu fest und verursacht einen unnötigen Druck auf das Herz.

So sollte es gemacht werden:

Regenbogenforelle, Fische anfassen

Dies ist ein korrekter fischschonender Griff. Der Fisch liegt im Handteller und die Finger sind parallel zum Fischkörper ohne einen zu starken Druck auf die Weichteile hinter den Kiemen auszuüben. Der Zeigefinger der linken Hand liegt zwischen den Brustflossen und stützt zudem den Kopf des Fisches ab. Die andere Hand greift vor der Schwanzwurzel und verhindert, dass der Fisch aus den Händen gleitet.
Es sei auch noch erwähnt, dass man vermeiden sollte, den Fisch zu lange aus dem Wasser zu heben, sondern ihn lieber im Wasser zu belassen, abzuhaken und dann freizulassen, denn nur so hat der Fisch die größte Überlebenschance! 30 Sekunden aus dem Wasser verringert die Überlebenschance des Fisches um 30%, jede weitere Sekunde verringert diese bis zu 70 % !

Quellen: Div. Berichte aus Blogs, eigene Recherchen

Schonzeiten und Mindestmaße

Schonzeiten

Schonzeiten

Die Schonzeiten und Mindestmaße der Salmoniden in der Ahr unterliegen dem Fischereigesetz der Bundesländer. Da die Ahr in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz liegt, gelten für die jeweiligen Teile die entsprechenden Landesvorschriften. Um sicher zu sein, dass der Fischer sich korrekt verhält, sind hier die Schonzeiten und Mindestmaße für Äschen und Forellen aufgeführt.

Nordrhein-Westfalen

( Verlauf: Quelle Blankenheim bis Landesgrenze stromabwärts zwischen Ahrdorf und Dorsel )
Fischereigesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LFischG I.d.F.v. 9.Febr. 2010) Landesfischereiverordnung (LFischVO i.d.F. v. 13. Nov. 2014)

Besonderheit: Die Ahr befindet sich nicht innerhalb der im Erlass vom 9.5.2014 genannten Äschenschutzkulisse. Es gilt daher lediglich die Artenschonzeit vom 1.3. – 30.4 eines Jahres gemäß der geltenden Landesfischereiordnung NRW.

Mindestmaße:
Äsche: 30 cm
Bachforelle: 25 cm

Befristete Schonzeiten ( jeweils einschließlich des Datums ):
Äsche:  1. März bis 30. April
Bachforelle: 20. Oktober bis 15. März

Für Regenbogenforellen gilt es kein Mindestmaß und keine Schonzeit.

Rheinland-Pfalz

( Verlauf: Landesgrenze stromabwärts zwischen Ahrdorf und Dorsel bis Mündung Bad Bodendorf )
Landesfischereigesetz (LFischG) I.d.F. v. 27. Okt. 2009) Landesfischereiverordnung vom 14. Okt. 1985

Schonzeiten:
Frühjahrsschonzeit 15. April bis 31. Mai
Flußabschnitt: vom Bodendorfer Wehr, etwa 100 m oberhalb der ehemaligen Gemarkungsgrenze Bodendorf-Sinzig bis zur Mündung in den Rhein
Winterschonzeit 15. Oktober bis 15. März
Gemäß Paragraf 19 (3) Landesfischereiverordnung darf in der Ahr während der Winterschonzeit vom 15. Oktober bis zum 31. Dezember der Fischfang auf Äschen mit der künstlichen Fliege ausgeübt werden.

Mindestmaße:
Äsche: 30 cm
Bachforelle: 25 cm
Regenbogenforelle: 25 cm

Artenschonzeiten ( jeweils einschließlich des Datums ):
Äsche 15. Februar bis 30. April
Bachforelle und Regenbogenforelle 15. Oktober bis 15. März

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Eine Zusammenstellung mit freundlicher Unterstützung von Herrn Dr.Heinz Rütz

Die Verbreitung der Fische im Fluss System

Äsche

Fische Verbreitung Ahr

Eine Aufstellung der vorkommenden Fischarten in Mittelgebirgsflüssen ( auch der Ahr ) mit Ihrer Verbreitung von der Quelle bis zur Mündung.

Ein Bericht über die Verschlammung unserer Gewässer

Eintagsfliege

Forellen Insekten

Ein Beitrag aus dem SAB Journal 04/2016. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Mag. Roman Moser

Weihnachten 2017

Weihnachten Arge Ahr

Bejagung des Kormorans

Bejagung des Kormoran

Dies ist eine gute Nachricht für die Mitglieder der Arge Ahr und allen Fischereipächtern in Rheinland-Pfalz: Die Nachrichtenagentur epd berichtet, dass das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz auch künftig den kontrollierten Abschuss von Kormoranen erlaubt. In den vergangenen Jahren gab es landesweit knapp 6.000 Abschüsse, in der Jagdsaison 2015/16 waren es 853. Damit hält Rheinland-Pfalz an der von Umweltverbänden kritisierten Kormoranverordnung von 2008 fest, die eine Schwerpunktbejagung des Fischräubers unter strengen Bedingungen vorsieht.

Begründet wird die Entscheidung dem epd zufolge insbesondere mit dem Schutz der Fischfauna sowie den wirtschaftlichen Einbußen, die durch den Kormoran entstehen. Um beträchtlichen fischereiwirtschaftlichen Schäden vorzubeugen und seltene Fischarten zu bewahren, dürfen die europaweit unter Naturschutz stehenden Wasservögel daher weiterhin bejagt werden.

Zu den rechtlichen Voraussetzungen für den Abschuss gehört ein „günstiger Erhaltungszustand“ der Kormoranpopulation. Wie das Ministerium dem epd mitteilte, sind die Bestände der schwarzen Wasservögel in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. Allein 2015 wurden 296 Brutpaare gezählt, im Winter sind es sogar mehrere tausend Exemplare. Durch den kontrollierten Abschuss können Schäden in der Fischereiwirtschaft reduziert werden, ohne dass die Kormoranbestände in Rheinland-Pfalz bedroht werden. In ausgewiesenen europäischen Vogelschutzgebieten sind Abschüsse generell untersagt.

Die genauen jagdrechtlichen Bestimmungen zur Kormoranverordnung in Rheinland-Pfalz finden Sie hier.

Quelle: Outfoxworld und eigene Recherchen

Signalkrebse in der Ahr

Frisch gefangene Signalkrebse in Krebsreuse

Signalkrebse in  heimischen Gewässern: Invasion aus Nordamerika

2016-08-20-12-41-00

Mitte August wurden sie zum ersten Mal verstärkt in Mayschoss entdeckt: Signalkrebse – die amerikanischen Invasoren. Ungeübten Augen fallen sie nicht direkt auf. Aber jeder Angler und Fliegenfischer weiß, dass diese Flusskrebse bzw. Signalkrebse nicht in die Ahr gehören. Während sie in Nordamerika zur heimischen Fauna gehören, zählen sie hierzulande als Schädlinge, denn sie greifen den Laich von Bachforelle, Äsche und Co. an und schaden so die Fischbestände der Ahr und vieler anderer Mittelgebirgsflüsse. Und damit nicht genug: Gleichzeitig verdrängen sie die heimischen Flusskrebse. Nicht zuletzt dadurch, dass sie die Krebspest übertragen können, gegen die sie aber selbst immun sind. Alles in allem ist also der amerikanische Flusskrebs kein angenehmer Zeitgenosse. Aus diesem Grund wurde der Signalkrebs ( Pacifastacus leniusculus ) in diesem Jahr von der EU auf die Liste der unerwünschten Arten gesetzt.

2016-08-20-15-07-13

Wie kommen Signalkrebse in so großen Mengen nach Mayschoß in die Ahr?

Vermutlich wurden sie durch das starke Hochwasser im Juni von der oberen Ahr ( Hönningen, Insul ) und vom Liersbach, wo der Krebs schon seit ca. 25 Jahren vorkommt, nach Mayschoss geschwemmt, und fühlten sich bei uns gleich wie zuhause. Wir konnten an 2 Tagen ca. 60 Krebse mit der Hand und mit Krebsreusen einsammeln. Die Krebse zu fangen war ein Kinderspiel, denn der Schädling ist kein Versteckkünstler und zeigt sich nur zu gerne. Mit Reuse oder gleich durch beherztes Zupacken, die kleinen Kerlchen waren schnell geschnappt.
Frisch gefangen und gekocht lässt sich der Flusskrebs auch gut verzehren, auch wenn er geschmacklich nicht ganz an den heimischen Edelkrebs oder Hummer herankommt. So lohnt sich das Einsammeln der Invasoren gleich doppelt: Das Ökosystem wird entlastet und das Abendessen ist auch gleich gesichert.

Für all jene, die den Signalkrebs in der Ahr entdecken, hier das passende Rezept:
Eine Gemüsebrühe aufsetzen und in höchster Stufe zum Kochen bringen. Krebse in die kochende Brühe gleiten lassen, 2 bis 3 Minuten kochen lassen, dann die Krebse mit einem Schaumlöffel aus der Brühe nehmen und warmhalten, bis alle Krebse gekocht sind. Auf einem Teller anrichten und genießen. Dazu schmecken Pommes Frites oder Baguette, Ajoli  sowie ein frischer Riesling oder Rivaner.

Johannes Wagner – 1. Vorsitzender der ARGE-Ahr e.V.