Die Barbe, auch Flussbarbe, Barbel oder Pigge (Barbus barbus) genannt, ist ein europäischer Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae) und Namensgeber der Unterfamilie Barben (Barbinae). Sie war im Jahr 2003 in Deutschland Fisch des Jahres.

Die Barbe lebt in vielen unterschiedlichen europäischen Gewässern. Sie bevorzugt schnell fließende Gewässer mit Sand- oder Kiesgrund, die einen hohen Gehalt an Sauerstoff vorweisen können und wenig belastet sind, sie ist namensgebend für die Barbenregion. Im europäischen Raum ist die Barbe vor allem in Mitteleuropa zu finden, sie fehlt in den skandinavischen Ländern, Griechenland, Spanien und Portugal. Eine starke Strömung ist für die Barbe sehr wichtig und daher ist der Fisch häufig an schnell fließenden Teilen eines Flusses vorzufinden.

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Die Barbe hat einen lang gestreckten Körper, die Bauchlinie ist fast gerade, der Rücken nur leicht gewölbt. Ihr Körper ist mit mittelgroßen Schuppen besetzt, entlang des Seitenlinienorgans hat sie 55 bis 65 Schuppen. Die Flussbarbe hat ein rüsselartiges, unterständiges Maul mit fleischigen Lippen und vier dicken Barteln an der Oberlippe. Der Rücken ist braun oder grüngrau gefärbt, die Flanken heller, grünlich bis graugelb oder goldgelb schimmernd, der Bauch weißlich. Brust-, Bauch- und Afterflosse, sowie der untere Teil der Schwanzflosse können rötlich sein. Die Rückenflosse und der obere Teil der Schwanzflosse farblos oder grünlich. Die Barbe erreicht eine Länge von 25 bis 75 cm, in Ausnahmefällen wird sie bis zu einem Meter lang.

Die Barbe lebt gesellig und hält sich meist in Bodennähe in starker Strömung auf. Sie geht meistens nachts auf Nahrungssuche und ernährt sich von Fischlaich, Insektenlarven, Muscheln, Schnecken, Würmern und in geringem Maße von pflanzlicher Kost. Größere Barben stellen auch kleinen Fischen nach. Die Fische überwintern in großen Gruppen unter Wurzeln oder an strömungsarmen Stellen der Flüsse.

Zur Laichzeit, die in die Monate Mai bis Juli fällt, ziehen die Barben in Schwärmen flussaufwärts. Die Abgabe der leicht klebrigen Eier (Durchmesser 2 mm; 3000–9000 Stück) erfolgt an flachen, kiesigen Stellen. Die männlichen Fische haben zu dieser Zeit einen sogenannten Laichausschlag. Dies bedeutet, dass sich auf dem Rücken und Kopf des Fisches weiße Knötchen ausbreiten.

Der Rogen der Barbe und das ihn umgebende Bauchfleisch sind für Menschen beim Verzehr gesundheitsschädlich.

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Barbe in der Roten Liste gefährdeter Arten als nicht gefährdet (Least Concern), ist in Deutschland aber als eine Verantwortungsart innerhalb der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt der Bundesregierung eingestuft. Sie ist eine weit verbreitete Art und hatte drastische Veränderungen infolge von Verschmutzung und Gewässerregulierungen zu verkraften, ihre Situation verbessert sich allerdings in neuester Zeit wieder.

Quelle:
Wikipedia und eigene Recherchen