ACHTUNG Schwarzangler!

Schwarzangler

Wir alle kennen das Problem der Schwarzangler an unseren Pachtgewässern. Neben der Tatsache, dass sie ohne unsere Erlaubnis dort fischen, richten sie einen enormen Schaden an, da in der Regel alle gefangenen Fische mitgenommen werden.

Die Schwarzangelei oder Fischwilderei ist kein Bagatelldelikt, sondern eine Strafsache.

Das deutsche Strafgesetzbuch (StGB) definiert im § 293 den Tatbestand der Fischwilderei sinngemäß wie folgt:
„Fischwilderei ist die Verletzung eines fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechtes dadurch, dass jemand unberechtigt fischt oder eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich zueignet, beschädigt oder zerstört. Sie wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe bis zu EUR 5.000,- bestraft.“

Zudem ist wichtig zu wissen, dass bereits derjenige, der eine Angel in der Hand hält, sich der Fischwilderei schuldig macht, wenn er keinen staatlichen Angelschein vorzeigen kann. Der Angelschein ( Jahresfischereischein ) genügt aber zumeist nicht, für das zu befischende Gewässer ist außerdem eine separate Erlaubniskarte im Voraus zu erwerben. Fehlt diese, kann ebenfalls eine Fischwilderei vorliegen.

Aktuell führen Beamte der Polizeidirektion Adenau verstärkt Kontrollen gegen Schwarzangler durch. Dies ist sehr zu begrüßen und hat in letzter Zeit bereits zu Erfolgen gegen die Schwarzfischerei geführt, wofür ich mich an dieser Stelle im Namen der Arge Ahr e.V. ausdrücklich bedanken möchte.

Zu beachten ist, dass alle Personen, die in unseren Pachtgewässern fischen, sich mit einem Erlaubnisschein des Pächters ausweisen müssen. Dies erleichtert die polizeilichen Kontrollen enorm und unterstützt diese bei ihrer Arbeit. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Polizei bei fehlenden Dokumenten u.U. sogar ein Ordnungsgeld verhängen kann in einer nicht unerheblichen Höhe.

Quellen: Wikipedia und eigene Recherchen

Totholz in Fließgewässern

Totholz

Wir alle kennen Totholz in unseren Gewässern, wobei man unterscheiden muss zwischen grobem Totholz (Durchmesser größer als 10 cm) und feinem Totholz (bis 1 cm bzw. unter 10 cm Durchmesser). Alles, was unter 1 cm groß ist, wird üblicherweise als Reisig (verholztes Material) oder Blätter (unverholztes Material) unterteilt.
Nachstehend ist die Bedeutung von Totholz in Fließgewässern aufgeführt:

Totholz in Fließgewässern
Bei allen Formen des Totholzes reden wir von organischem Material, was von außen in das Wasser hineingetragen wird oder was bereits im Fließwasser gewachsen ist, also abgestorbene Wasserpflanzen. Die Ansammlung von kleinem und kleinstem Totholz nennt man wissenschaftlich partikuläres organisches Material oder Detritus. Feinste Schwebstoffe aus gelöstem organischem Material werden als Feindetritus bezeichnet.

Totholz ist äußerst wichtig für die Gewässerentwicklung

Es dient als Lebensraum für die Fischfauna als auch für das Makrzoobenthos (alle Wasserinsekten), wobei die Größe mit entscheidend ist. Baumstämme und Wurzelstöcke, die nicht fest verankert sind, können ungehindert vom Hochwasser weggeschwemmt werden und stellen u.U. eine Gefahr für Brückenpfeiler und für Überschwemmungen in Wohngebieten dar.
Quelle: Dr. Jochem Kail, Dr. Ing. Marc Gerhard – Totholz in Fließgewässern – eine Begriffsbestimmung
www.totholz.de

Eine weitere sehr interessante Literatur zu diesem Thema ist die Broschüre „Totholz in Fließgewässern“ – Empfehlungen zur Gewässerentwicklung, von Dr. Ing. Marc Gerhard und Prof. Dr. Michael Reich

Totholz

Die Broschüre ist als .pdf Datei zum Download im www. verfügbar, einfach auf das Bild klicken und man wird automatisch dorthin geleitet. Das Herunterladen dauert je nach Verbindung zwischen 15 und 20 Sekunden. Man kann die Broschüre dann am Bildschirm lesen oder auch ausdrucken.

Wie fasse ich einen gefangenen Fisch an?

Regenbogenforelle

Müssen Fische eigentlich für ein gutes Foto sterben?

Alle von uns, die einen schönen oder auch großen Fisch fangen, ihn fotografieren und dann aus Hege- oder anderen Gründen zurücksetzen wollen, sollten wissen, dass das Anfassen und Herausnehmen des Fisches aus dem Wasser eine große Stresssituation für den Fisch bedeutet, die u.U. zum Tod führen kann.
Eine der ersten Regeln, wie man einen Fisch nach dem Fang behandelt (und ggfls. zurücksetzen möchte) ist, ihn niemals mit trockenen Händen anzufassen. Tatsache ist, dass dadurch der Schleim, der die Fischhaut beschützt, angegriffen wird und der Fisch somit anfälliger für Infektionen jeglicher Art ist. Dies ist wissenschaftlich erwiesen und kann ein Sterbefaktor sein, jedoch ist einer der Hauptgründe für den Tod eines gefangenen Fisches die falsche Behandlung nach dem Fang.

Daher nachstehend einige Regeln, die zu beachten sind:
–    Der Fisch sollte so kurz als möglich gedrillt werden, so wie es das Fanggerät und die Vorfachspitze erlauben.
–    Immer einen Kescher mit einem schleimschonenden Netz verwenden.
–    Den Stress nach dem Landen auf ein Minimum begrenzen und sich schon vorher Gedanken machen über ein Foto.

Die anatomische Zeichnung zeigt die Innenstruktur und die äußeren Bestandteile eines Fisches. Besonders wichtig ist die Position des Herzens (rot umrandet) zwischen und unter den Kiemen und der Leber, knapp oberhalb der Brustflossen. Insbesondere die drei Organe Herz, Kiemen und Leber sind sehr anfällig für Schäden, die sofort oder mit Verzögerung zum Tod führen können.

Fisch Anatomie

Durch ein zu starkes Anfassen und Drücken des Fisches im Brustbereich komprimiert man das Herz und möglicherweise auch die Leber und die Kiemen. Daher können Fische, die einem zu starken äußeren Druck auf das Herz und anderen Organen ausgesetzt sind, zwar frei wegschwimmen, jedoch ist die Sterberate danach (und das kann Tage dauern) relativ hoch.

Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte:

Bachforelle, Fische anfassen      Regenbogenforelle, Fische anfassen

Der Griff der rechten Hand ist viel zu fest und verursacht einen unnötigen Druck auf das Herz.

So sollte es gemacht werden:

Regenbogenforelle, Fische anfassen

Dies ist ein korrekter fischschonender Griff. Der Fisch liegt im Handteller und die Finger sind parallel zum Fischkörper ohne einen zu starken Druck auf die Weichteile hinter den Kiemen auszuüben. Der Zeigefinger der linken Hand liegt zwischen den Brustflossen und stützt zudem den Kopf des Fisches ab. Die andere Hand greift vor der Schwanzwurzel und verhindert, dass der Fisch aus den Händen gleitet.
Es sei auch noch erwähnt, dass man vermeiden sollte, den Fisch zu lange aus dem Wasser zu heben, sondern ihn lieber im Wasser zu belassen, abzuhaken und dann freizulassen, denn nur so hat der Fisch die größte Überlebenschance! 30 Sekunden aus dem Wasser verringert die Überlebenschance des Fisches um 30%, jede weitere Sekunde verringert diese bis zu 70 % !

Quellen: Div. Berichte aus Blogs, eigene Recherchen

Schonzeiten und Mindestmaße

Schonzeiten

Schonzeiten

Die Schonzeiten und Mindestmaße der Salmoniden in der Ahr unterliegen dem Fischereigesetz der Bundesländer. Da die Ahr in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz liegt, gelten für die jeweiligen Teile die entsprechenden Landesvorschriften. Um sicher zu sein, dass der Fischer sich korrekt verhält, sind hier die Schonzeiten und Mindestmaße für Äschen und Forellen aufgeführt.

Nordrhein-Westfalen

( Verlauf: Quelle Blankenheim bis Landesgrenze stromabwärts zwischen Ahrdorf und Dorsel )
Fischereigesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (LFischG I.d.F.v. 9.Febr. 2010) Landesfischereiverordnung (LFischVO i.d.F. v. 13. Nov. 2014)

Besonderheit: Die Ahr befindet sich nicht innerhalb der im Erlass vom 9.5.2014 genannten Äschenschutzkulisse. Es gilt daher lediglich die Artenschonzeit vom 1.3. – 30.4 eines Jahres gemäß der geltenden Landesfischereiordnung NRW.

Mindestmaße:
Äsche: 30 cm
Bachforelle: 25 cm

Befristete Schonzeiten ( jeweils einschließlich des Datums ):
Äsche:  1. März bis 30. April
Bachforelle: 20. Oktober bis 15. März

Für Regenbogenforellen gilt es kein Mindestmaß und keine Schonzeit.

Rheinland-Pfalz

( Verlauf: Landesgrenze stromabwärts zwischen Ahrdorf und Dorsel bis Mündung Bad Bodendorf )
Landesfischereigesetz (LFischG) I.d.F. v. 27. Okt. 2009) Landesfischereiverordnung vom 14. Okt. 1985

Schonzeiten:
Frühjahrsschonzeit 15. April bis 31. Mai
Flußabschnitt: vom Bodendorfer Wehr, etwa 100 m oberhalb der ehemaligen Gemarkungsgrenze Bodendorf-Sinzig bis zur Mündung in den Rhein
Winterschonzeit 15. Oktober bis 15. März
Gemäß Paragraf 19 (3) Landesfischereiverordnung darf in der Ahr während der Winterschonzeit vom 15. Oktober bis zum 31. Dezember der Fischfang auf Äschen mit der künstlichen Fliege ausgeübt werden.

Mindestmaße:
Äsche: 30 cm
Bachforelle: 25 cm
Regenbogenforelle: 25 cm

Artenschonzeiten ( jeweils einschließlich des Datums ):
Äsche 15. Februar bis 30. April
Bachforelle und Regenbogenforelle 15. Oktober bis 15. März

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Eine Zusammenstellung mit freundlicher Unterstützung von Herrn Dr.Heinz Rütz

Die Verbreitung der Fische im Fluss System

Äsche

Fische Verbreitung Ahr

Eine Aufstellung der vorkommenden Fischarten in Mittelgebirgsflüssen ( auch der Ahr ) mit Ihrer Verbreitung von der Quelle bis zur Mündung.

Ein Bericht über die Verschlammung unserer Gewässer

Eintagsfliege

Forellen Insekten

Ein Beitrag aus dem SAB Journal 04/2016. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Mag. Roman Moser

Bejagung des Kormorans

Bejagung des Kormoran

Dies ist eine gute Nachricht für die Mitglieder der Arge Ahr und allen Fischereipächtern in Rheinland-Pfalz: Die Nachrichtenagentur epd berichtet, dass das Umweltministerium in Rheinland-Pfalz auch künftig den kontrollierten Abschuss von Kormoranen erlaubt. In den vergangenen Jahren gab es landesweit knapp 6.000 Abschüsse, in der Jagdsaison 2015/16 waren es 853. Damit hält Rheinland-Pfalz an der von Umweltverbänden kritisierten Kormoranverordnung von 2008 fest, die eine Schwerpunktbejagung des Fischräubers unter strengen Bedingungen vorsieht.

Begründet wird die Entscheidung dem epd zufolge insbesondere mit dem Schutz der Fischfauna sowie den wirtschaftlichen Einbußen, die durch den Kormoran entstehen. Um beträchtlichen fischereiwirtschaftlichen Schäden vorzubeugen und seltene Fischarten zu bewahren, dürfen die europaweit unter Naturschutz stehenden Wasservögel daher weiterhin bejagt werden.

Zu den rechtlichen Voraussetzungen für den Abschuss gehört ein „günstiger Erhaltungszustand“ der Kormoranpopulation. Wie das Ministerium dem epd mitteilte, sind die Bestände der schwarzen Wasservögel in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. Allein 2015 wurden 296 Brutpaare gezählt, im Winter sind es sogar mehrere tausend Exemplare. Durch den kontrollierten Abschuss können Schäden in der Fischereiwirtschaft reduziert werden, ohne dass die Kormoranbestände in Rheinland-Pfalz bedroht werden. In ausgewiesenen europäischen Vogelschutzgebieten sind Abschüsse generell untersagt.

Die genauen jagdrechtlichen Bestimmungen zur Kormoranverordnung in Rheinland-Pfalz finden Sie hier.

Quelle: Outfoxworld und eigene Recherchen

Signalkrebse in der Ahr

Frisch gefangene Signalkrebse in Krebsreuse

Signalkrebse in  heimischen Gewässern: Invasion aus Nordamerika

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Mitte August wurden sie zum ersten Mal verstärkt in Mayschoss entdeckt: Signalkrebse – die amerikanischen Invasoren. Ungeübten Augen fallen sie nicht direkt auf. Aber jeder Angler und Fliegenfischer weiß, dass diese Flusskrebse bzw. Signalkrebse nicht in die Ahr gehören. Während sie in Nordamerika zur heimischen Fauna gehören, zählen sie hierzulande als Schädlinge, denn sie greifen den Laich von Bachforelle, Äsche und Co. an und schaden so die Fischbestände der Ahr und vieler anderer Mittelgebirgsflüsse. Und damit nicht genug: Gleichzeitig verdrängen sie die heimischen Flusskrebse. Nicht zuletzt dadurch, dass sie die Krebspest übertragen können, gegen die sie aber selbst immun sind. Alles in allem ist also der amerikanische Flusskrebs kein angenehmer Zeitgenosse. Aus diesem Grund wurde der Signalkrebs ( Pacifastacus leniusculus ) in diesem Jahr von der EU auf die Liste der unerwünschten Arten gesetzt.

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Wie kommen Signalkrebse in so großen Mengen nach Mayschoß in die Ahr?

Vermutlich wurden sie durch das starke Hochwasser im Juni von der oberen Ahr ( Hönningen, Insul ) und vom Liersbach, wo der Krebs schon seit ca. 25 Jahren vorkommt, nach Mayschoss geschwemmt, und fühlten sich bei uns gleich wie zuhause. Wir konnten an 2 Tagen ca. 60 Krebse mit der Hand und mit Krebsreusen einsammeln. Die Krebse zu fangen war ein Kinderspiel, denn der Schädling ist kein Versteckkünstler und zeigt sich nur zu gerne. Mit Reuse oder gleich durch beherztes Zupacken, die kleinen Kerlchen waren schnell geschnappt.
Frisch gefangen und gekocht lässt sich der Flusskrebs auch gut verzehren, auch wenn er geschmacklich nicht ganz an den heimischen Edelkrebs oder Hummer herankommt. So lohnt sich das Einsammeln der Invasoren gleich doppelt: Das Ökosystem wird entlastet und das Abendessen ist auch gleich gesichert.

Für all jene, die den Signalkrebs in der Ahr entdecken, hier das passende Rezept:
Eine Gemüsebrühe aufsetzen und in höchster Stufe zum Kochen bringen. Krebse in die kochende Brühe gleiten lassen, 2 bis 3 Minuten kochen lassen, dann die Krebse mit einem Schaumlöffel aus der Brühe nehmen und warmhalten, bis alle Krebse gekocht sind. Auf einem Teller anrichten und genießen. Dazu schmecken Pommes Frites oder Baguette, Ajoli  sowie ein frischer Riesling oder Rivaner.

Johannes Wagner – 1. Vorsitzender der ARGE-Ahr e.V.