Wie fasse ich einen gefangenen Fisch an?

Regenbogenforelle

Müssen Fische eigentlich für ein gutes Foto sterben?

Alle von uns, die einen schönen oder auch großen Fisch fangen, ihn fotografieren und dann aus Hege- oder anderen Gründen zurücksetzen wollen, sollten wissen, dass das Anfassen und Herausnehmen des Fisches aus dem Wasser eine große Stresssituation für den Fisch bedeutet, die u.U. zum Tod führen kann.
Eine der ersten Regeln, wie man einen Fisch nach dem Fang behandelt (und ggfls. zurücksetzen möchte) ist, ihn niemals mit trockenen Händen anzufassen. Tatsache ist, dass dadurch der Schleim, der die Fischhaut beschützt, angegriffen wird und der Fisch somit anfälliger für Infektionen jeglicher Art ist. Dies ist wissenschaftlich erwiesen und kann ein Sterbefaktor sein, jedoch ist einer der Hauptgründe für den Tod eines gefangenen Fisches die falsche Behandlung nach dem Fang.

Daher nachstehend einige Regeln, die zu beachten sind:
–    Der Fisch sollte so kurz als möglich gedrillt werden, so wie es das Fanggerät und die Vorfachspitze erlauben.
–    Immer einen Kescher mit einem schleimschonenden Netz verwenden.
–    Den Stress nach dem Landen auf ein Minimum begrenzen und sich schon vorher Gedanken machen über ein Foto.

Die anatomische Zeichnung zeigt die Innenstruktur und die äußeren Bestandteile eines Fisches. Besonders wichtig ist die Position des Herzens (rot umrandet) zwischen und unter den Kiemen und der Leber, knapp oberhalb der Brustflossen. Insbesondere die drei Organe Herz, Kiemen und Leber sind sehr anfällig für Schäden, die sofort oder mit Verzögerung zum Tod führen können.

Fisch Anatomie

Durch ein zu starkes Anfassen und Drücken des Fisches im Brustbereich komprimiert man das Herz und möglicherweise auch die Leber und die Kiemen. Daher können Fische, die einem zu starken äußeren Druck auf das Herz und anderen Organen ausgesetzt sind, zwar frei wegschwimmen, jedoch ist die Sterberate danach (und das kann Tage dauern) relativ hoch.

Ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte:

Bachforelle, Fische anfassen      Regenbogenforelle, Fische anfassen

Der Griff der rechten Hand ist viel zu fest und verursacht einen unnötigen Druck auf das Herz.

So sollte es gemacht werden:

Regenbogenforelle, Fische anfassen

Dies ist ein korrekter fischschonender Griff. Der Fisch liegt im Handteller und die Finger sind parallel zum Fischkörper ohne einen zu starken Druck auf die Weichteile hinter den Kiemen auszuüben. Der Zeigefinger der linken Hand liegt zwischen den Brustflossen und stützt zudem den Kopf des Fisches ab. Die andere Hand greift vor der Schwanzwurzel und verhindert, dass der Fisch aus den Händen gleitet.
Es sei auch noch erwähnt, dass man vermeiden sollte, den Fisch zu lange aus dem Wasser zu heben, sondern ihn lieber im Wasser zu belassen, abzuhaken und dann freizulassen, denn nur so hat der Fisch die größte Überlebenschance! 30 Sekunden aus dem Wasser verringert die Überlebenschance des Fisches um 30%, jede weitere Sekunde verringert diese bis zu 70 % !

Quellen: Div. Berichte aus Blogs, eigene Recherchen

Ein Bericht über die Verschlammung unserer Gewässer

Eintagsfliege

Forellen Insekten

Ein Beitrag aus dem SAB Journal 04/2016. Mit freundlicher Genehmigung von Herrn Mag. Roman Moser