Fischbesatz für die Ahr

Fischzucht Kauth

Am letzten Wochenende wurde wieder der alljährliche Frühjahrs Fischbesatz für die Ahr in Zusammenarbeit mit der Fischzucht Kauth vorgenommen. Fast im gesamten Lauf der Ahr wurden folgende Mengen Brut und Kleinfische ausgesetzt:

Bachforellenbrut in der Größe 3-4 cm – 35.000 Stück
Bachforellen in der Größe 12-15 cm – 11.000 Stück
Äschen in der Größe 10-15 cm – 8.500 Stück

Bachforellen Brut, Fischbesatz               Bachforellen, Fischbesatz

Alle Fische wurden von der Fischzucht Kauth ( www.fischzucht-kauth.de ) aufgezogen und schonend in großen Tanks angeliefert. Bei schönem Wetter und idealem Wasserstand setzten viele kleine und große Helfer die Fische schonend in ihren neuen Lebensraum. Den reibungslosen Ablauf der beiden Besatztage verdanken wir auch dieses Jahr wieder der Bestell- und Logistikoordinierung unseres Mitglieds Dr. Heinz Rütz, wofür wir uns ausdrücklich bei ihm bedanken!

Zuschuss der Arge Ahr zum Fischbesatz

Es sei nochmals ausdrücklich erwähnt, dass die Arge Ahr den Fischbesatz seiner Mitglieder mit 20% der jeweiligen Summe bezuschusst. Davon profitieren alle Arge Ahr Mitglieder, also nehmen Sie bitte zukünftig am Gemeinschaftsbesatz teil und nutzen neben der einheitlichen Qualität der Fische auch den Preisvorteil! Falls Sie bisher keine Mails zum Thema Besatz bekommen haben, melden Sie sich bitte bei Theo Simons ( theo.simons@arge-ahr.de ).

Äschen Setzlinge

 

Verpachtung Trierbach und Armutsbach

Trierbach

Zwei Nebenbäche der Ahr stehen zur Verpachtung an:

  • Trierbach ab Gemarkungsgrenze Müsch/Hoffeld bis Einmündung Nohnerbach
  • Armutsbach im Bereich Ohlenhard/Hümmel/Wershofen

Beide Bäche sind Laichgewässer von Forellen, befischbar, absolut naturbelassen und liegen landschaftlich sehr reizvoll. Wer Interesse an der Anpachtung und Bewirtschaftung dieser Gewässer-Kleinode hat, wendet sich an Herrn Jürgen Adriany bei der Verbandsgemeindeverwaltung Adenau.

Jürgen Adriany
Fachbereichsleiter Finanzen und Abgaben
Verbandsgemeindeverwaltung Adenau
53518 Adenau
Tel.: 02691/305-400
E-Mail: juergen.adriany@adenau.de

Günter Henseler zum 70.Geburtstag

In diesem Jahr feierte unser langjähriges ARGE-Ahr Mitglied, der bekannte Rutenbauer Günter Henseler, seinen 70. Geburtstag. Günter Henseler wurde in Bonn-Bad Godesberg geboren und seiner rheinischen Heimat blieb er bis heute treu. Günter Henseler hat mit einer Schreinerlehre und der Gesellen- und Meisterprüfung eine grundsolide Ausbildung für seine spätere Betätigung als Erbauer von gespließten Fliegenruten durchlaufen.

1988 erschien in Heft 79 der Zeitschrift „Der Fliegenfischer“ ein Foto, welches während der niederländischen Fliegenfischerausstellung Flyfair aufgenommen wurde. Schon damals gehörte Günter Henseler zu den führenden Rutenbauern in Europa.

Flyfair 1988 Günter Henseler

Von links nach rechts in der oberen Reihe:
Geritt Glezer, Piet Veugelers, Tom Moran, Ids Schucken, Stefan Pauli, Rolf Baginski,
Leen Huismann und Mike Brookes.
In der unteren Reihe:
Günter Henseler, Nico van Bakergem, Ger Vromen und Peter J. Budde.

So fing es an:

Im Jahre 1983 meldete Günter Henseler sein Gewerbe als professioneller Rutenbauer an und in den darauffolgenden Jahren erfolgte der Vertrieb seiner Ruten u.a. über die damals führenden Händler für Fliegenfischerbedarf im deutschsprachigen Raum wie z.B. Rudi Hebeisen in Zürich oder Rudi Heger in Siegsdorf.
Alle Henseler Ruten tragen sein Markenzeichen, den grafisch aufgearbeiteten Buchstaben „H“, über dem Rutengriff und so wurde er schnell in ganz Europa bekannt. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit lag allerdings immer auf der Anfertigung individueller Fliegenruten in höchster Qualität für Einzelkunden.
Der Einfluss von seinem Freund Walter Brunner, den er regelmäßig bei seinen vielen Besuchen in Österreich an der Traun oder an der Steyr besuchte, war und ist unverkennbar.

Aktuelle Modelle:

Für die Arbeitsgemeinschaft ARGE-Ahr hat er eine wunderschöne Jubiläumsrute in limitierter Auflage von nur 10 Stück entworfen. Diese Fliegenrute hat die Länge von 7′ 3“ (ca. 2,20 m) für die Schnurklassen 4 bis 5. Ergänzend dazu entwickelte er eine Fliegenrute speziell für die Äschenfischerei in der Länge 7′ 7“ (ca.2,31), für die Schnurklassen 3 bis 4 und eine weitere Rute für das ganz feine Fischen in der Länge 7′ (ca.2,13m) für die Schnurklassen 2 bis 3.

Günter Henseler gespließte Fliegenruten

In diese Ruten ist die ganze langjährige Erfahrung seiner Rutenbauertätigkeit eingeflossen, sie decken das gesamte Spektrum der ausgezeichneten Henseler Ruten für Mittelgebirgsflüsse wie z.Bsp. die Ahr ab. Heute baut Günter Henseler aufgrund seines Alters und zur Schonung seiner Gesundheit nur noch wenige Ruten.

Wir gratulieren Günter Henseler herzlichst zum Geburtstag und wünschen ihm alles Gute und besonders viel Gesundheit.

Ein Bericht von Dr.Heinz Rütz

70-jährige britische Tradition endet 2018

Ahr Ahrdorf 70-jährige britische Tradition

Nach fast 70 Jahren endet das Engagement der ehemaligen britischen Botschaft bzw. des British-Flyfishing-Syndicates für die an der oberen Ahr in NRW gelegenen Ahr IV. Diese besonders schöne naturbelassene Strecke der Ahr von Ahrdorf aufwärts ist ab dem Jahr 2018 von unserem Mitglied Dr. Michael Merz angepachtet worden. An dieser Strecke haben durch die Briten viele Eifeler das Fliegenfischen gelernt. Die Strecke liegt in ihrer Gesamtheit im Projekt Ahr 2000, wird daher nur extensiv bewirtschaftet und hat einen ausgezeichneten Stamm wilder Bachforellen.

Wir gratulieren Herrn Dr. Merz sehr herzlich.

Verfasst von Dr. Heinz Rütz

Udo Hildebrandts Auktionshaus schließt mit der 39. Auktion

Udo Hildebrandt Auktionen

Mit der 39. Auktion am 06.Mai 2017 schließt das auch von vielen Ahrfischern sehr geschätzte Auktionshaus U.Hildebrandt in Bad Karlshafen, bekannt durch viele Auktionen mit neuem und altem Fischereigerät. Damit zieht sich der Auktionär und Rutenbauer von ausgezeichneten gespließten Fliegenruten in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Wir wünschen Udo Hildebrandt für die Zukunft alles Gute und vor allen Dingen Gesundheit, damit er noch viele Jahre mit seinem Hund gemeinsam zum Fischen gehen kann.

Die nächste Auktion wird am 11.11.2017 (nur ein Nichtrheinländer kann dieses Datum wählen) in München im Wirtshaus am Bavariapark an der Oktoberfestwiese stattfinden. Die Versteigerung wird durch den in Fliegenfischerkreisen bekannten Hansi Wurm, Amalienstr. 10, 80333 München, durchgeführt. Weitere Details finden Sie HIER.

Wir wünschen viel Erfolg.

Verfasst von Dr. Heinz Rütz

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Der Frühling ist da – Zeit zum Saubermachen!

Ahr, Uferreinigung, Zeit zum Saubermachen

Der Frühling ist da und die Fischereisaison hat schon begonnen, aber jetzt ist genau die richtige Zeit, um die Ufer der Ahr zu säubern und alles zu entfernen, was der Winter und die Hochwasser angeschwemmt haben. Plastik gehört in die Gelbe Tonne und nicht in die Natur!

Also Gummistiefel angezogen, Plastiksäcke eingepackt und los geht`s!

Totholz in Fließgewässern

Totholz

Wir alle kennen Totholz in unseren Gewässern, wobei man unterscheiden muss zwischen grobem Totholz (Durchmesser größer als 10 cm) und feinem Totholz (bis 1 cm bzw. unter 10 cm Durchmesser). Alles, was unter 1 cm groß ist, wird üblicherweise als Reisig (verholztes Material) oder Blätter (unverholztes Material) unterteilt.
Nachstehend ist die Bedeutung von Totholz in Fließgewässern aufgeführt:

Totholz in Fließgewässern
Bei allen Formen des Totholzes reden wir von organischem Material, was von außen in das Wasser hineingetragen wird oder was bereits im Fließwasser gewachsen ist, also abgestorbene Wasserpflanzen. Die Ansammlung von kleinem und kleinstem Totholz nennt man wissenschaftlich partikuläres organisches Material oder Detritus. Feinste Schwebstoffe aus gelöstem organischem Material werden als Feindetritus bezeichnet.

Totholz ist äußerst wichtig für die Gewässerentwicklung

Es dient als Lebensraum für die Fischfauna als auch für das Makrzoobenthos (alle Wasserinsekten), wobei die Größe mit entscheidend ist. Baumstämme und Wurzelstöcke, die nicht fest verankert sind, können ungehindert vom Hochwasser weggeschwemmt werden und stellen u.U. eine Gefahr für Brückenpfeiler und für Überschwemmungen in Wohngebieten dar.
Quelle: Dr. Jochem Kail, Dr. Ing. Marc Gerhard – Totholz in Fließgewässern – eine Begriffsbestimmung
www.totholz.de

Eine weitere sehr interessante Literatur zu diesem Thema ist die Broschüre „Totholz in Fließgewässern“ – Empfehlungen zur Gewässerentwicklung, von Dr. Ing. Marc Gerhard und Prof. Dr. Michael Reich

Totholz

Die Broschüre ist als .pdf Datei zum Download im www. verfügbar, einfach auf das Bild klicken und man wird automatisch dorthin geleitet. Das Herunterladen dauert je nach Verbindung zwischen 15 und 20 Sekunden. Man kann die Broschüre dann am Bildschirm lesen oder auch ausdrucken.

Der Insektenbestand in der Ahr

Zum Nutzen von Makrozoobenthosuntersuchungen für den Fliegenfischer am Beispiel der Ahr

von Dr. Heinz Rütz

Eintagsfliege, Köcherfliege, Steinfliege, Insektenbestand in der Ahr

Erfolgreiches Fliegenfischen bedingt der Situation entsprechend angepasstes Verhalten am Wasser, Beherrschung der notwendigen Wurftechnik und anbietetaktische Überlegungen. Zu den anbietetaktischen Überlegungen gehören die Wahl der richtigen Fliege, die Präsentation am richtigen Ort zur richtigen Zeit und auf die richtige Art und Weise. Dies ist ohne Grundkenntnisse der ökologischen Zusammenhänge und deren zutreffende Interpretation nicht möglich.
Da ein Großteil der Nahrung der Fische aus Wasserinsekten besteht, ist die Beschäftigung mit diesen Tieren für den Fliegenfischer traditionell von großer Bedeutung.
Die Makrozoobenthosuntersuchungen (Untersuchung der Lebensgemeinschaft der am Wassergrund lebenden wirbellosen Organismen) sind deshalb auch für den Fliegenfischer von Interesse.

Im Rahmen der im Jahre 2000 beschlossenen EG- Wasserrahmenrichtlinie, die in Deutschland rechtlich durch die Novellierung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und durch die Oberflächengewässerverordnung (OGewV) umgesetzt wurde, werden für die Beurteilung der Wasserqualität regelmäßig Makrozoobenthos Untersuchungen durchgeführt (in NRW z.B. vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz alle 3 Jahre). Die Ergebnisse wurden den Fischereigenossenschaften oder interessierten Pächtern bisher gerne zu Verfügung gestellt.

Weitergehende Untersuchungen wurden aber auch bei größeren Naturschutzprojekten durchgeführt. So wurde im Naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel die gesamten Gewässer der Verbandsgemeinde Adenau untersucht (Ahr und Nebengewässer über 500 km). Alle weiteren Ausführungen beziehen sich beispielhaft auf diese Untersuchung.

Die Untersuchungen wurden in den Jahren 2008 – 2009 jeweils im Frühjahr (März-April) und im Herbst (überwiegend im Oktober) durchgeführt.
In der Ahr selbst wurden insgesamt fünf Stellen untersucht (Insul an der alten Mühle, Brücke oberhalb des Campingplatzes in Schuld, Eichenbachmündung oberhalb Fuchshofen, zwischen Antweiler und Müsch und am Campingplatz der Gemarkung Dorsel).
Die Aufsammlung erfolgte mit einem speziellen Wasserkescher 25 x 25 cm, versehen mit einem Doppelfaden-Netz von 0,5 mm Spannweite. Die Methode ist normiert und ist auch bei den Untersuchungen im Rahmen der WRRL anzuwenden.
Die Auswertung erfolgt ebenso mit einem normierten Verfahren unter zur Hilfenahme von Stereolupe und Mikroskop. Die Aufarbeitung der Daten erfolgte mit der Software ASTERICS/Perlodes, die Besiedlungsdichten wurden hiermit auf Individuen je qm umgerechnet. Dies ist üblich, um Erhebungen miteinander vergleichen zu können.
Nicht in allen Fällen ist es möglich, Larven, die in unterschiedlichsten Entwicklungsstadien angetroffen wurden, bis auf die Art sicher zu bestimmen.
In diesem Fall wird nur das höhere taxonomische Niveau angegeben, das ist meist die Gattung,  die mit sp. gekennzeichnet wird. Zweck der Untersuchungen ist  vor allem biologische Parameter für das jeweilige Gewässer zu ermitteln und diese dann zu bewerten. Hierauf soll im Weiteren nicht näher eingegangen werden.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

In der Ahr wurden jeweils an einer Untersuchungsstelle zwischen 65 und 80 Taxa (Individuen) nachgewiesen.
Die Zusammensetzung im gesamten Untersuchungsgebiet war:

18,2 % Nicht-Insekten
9,5. % Eintagsfliegen
6, 4 % Steinfliegen
13,2 % Käfer
27,3 % Köcherfliegen
20   %. Zweiflügler
5.   %  sonstige Insektengruppen.

Für die Ahr alleine ist vermutlich der Anteil an Steinfliegen noch deutlich geringer, während der Anteil an Köcherfliegen höher ist. Die Ahr hat gegenüber anderen Gewässern im nördlichen Rheinland-Pfalz eine ca. 40 % größere  Artendichte. Die Anzahl der Arten ist in den Nebenflüssen allerdings deutlich geringer und nimmt auch flussabwärts der Ahr stetig ab.

–    Bei den Eintagsfliegen wurden in der Ahr insgesamt 21 Arten nachgewiesen.
–    Bei den Steinfliegen wurden 14 Arten ermittelt. Hierbei war aber nur die Leuctra sp. der Anzahl nach erwähnungswert.
–    Die Köcherfliegen waren mit insgesamt 60 Arten am zahlreichsten anzutreffen.
–    Die Diptera (Zweiflügler) waren natürlich bei der vorgestellten Untersuchung sowohl nach Arten aber auch der Anzahl nach sehr stark vertreten. Sie sollen aber ebenso wie Käfer (Coleoptera), Tricladida (Strudelwürmer) oder Gastropoda (Schnecken), nicht näher untersucht werden, da der Wert dieser Individuen für den Fliegenfischer von geringer Bedeutung ist.

Im Anhang finden Sie die Aufstellung  Insekten in der Ahr ( auf den Namen klicken, es öffnet sich dann eine Excel Tabelle ) hierin sind die Ergebnisse aller fünf Probestellen in der Ahr für Eintagsfliegen, Köcherfliegen und Steinfliegen getrennt geordnet zusammengestellt. Nachstehend eine Aufstellung dieser drei Insektengruppen nach Familien.

Die Eintagsfliegen (Ephemeroptera) bestehen hauptsächlich aus den Familien:

  • Baetidae
  • Heptageniidae
  • Leptophlebiidae
  • Ephemeridae
  • Ephemerellidae
  • Caenidae

Die Köcherfliegen (Trichoptera) bestehen hauptsächlich aus den Familien:

  • Rhyacophilidae
  • Psychomyiidae
  • Polycentropodidae
  • Hydropsychidae
  • Glossosomatidae
  • Hydroptilidae
  • Brachycentridae
  • Lepidostomatidae
  • Limnephilidae
  • Sericostomatidae
  • Odontoceridae

Die Steinfliegen (Plecoptera) bestehen hauptsächlich aus den Familien:

  • Perlodidae
  • Perlidae
  • Chloroperlidae
  • Taeniopterygidae
  • Nemouridae
  • Leuctridae

Welchen Nutzen können wir als Fliegenfischer aus dieser Information ziehen?

Zunächst muss noch einmal daran erinnert werden, dass die Bestandsaufnahme für den größten Teil der Insekten im Larvenstadium durchgeführt wurde und somit zu den für den Fliegenfischer so wichtigen Flugzeiten kein Zusammenhang besteht. Daher wurde im Anhang auf die Kennzeichnung des Zeitpunktes der Erhebung verzichtet. Weiter ist davon auszugehen, dass im Längsverlauf der Ahr unterschiedliche Strömung, Temperatur und Sauerstoffversorgung  und somit unterschiedliche Lebensbedingungen anzutreffen sind.
Dies hat auf die Zusammensetzung der Arten erhebliche Bedeutung. In der Ahr kann z.B. der Temperaturunterschied des Gewässers gelegentlich 5 Grad Celsius und mehr betragen.

Die Ergebnisse der Untersuchung können daher nicht vollständig auf andere Flussabschnitte der Ahr übertragen werden.

Die Erhebungen können naturgemäß aber auch nicht vollständig sein. Arten, die nicht gefunden wurden, fehlen deshalb nicht unbedingt. Die Liste ist für das zu befischende Gebiet (Pachtstrecke) aus eigenen Erkenntnissen und dem Studium der einschlägigen Literatur zu ergänzen.

Hierfür seien einige Beispiele aufgeführt:
Die Seretella ignita (früher Ephemerella ignita)  in der Fliegenfischersprache BWO (Blue Wingend Olive) genannt, ist in der oberen Ahr je nach Wetterlage von Mitte Juni bis Oktober häufig anzutreffen. Sie ist wegen ihrer sehr lange dauernden Oberflächenaktivität eine der wichtigsten Sommerfliegen. Dieses wichtige Insekt wurde in der Untersuchung aber nicht vorgefunden.

Die Steinfliegen Siphonoperla torrentium wurde in der Ahr zum Zeitpunkt der Erhebungen nur in sehr geringer Stückzahl angetroffen. Sie ist im Sommer und im Herbst als kleine gelbe Fliege aber zahlreich vertreten. Das Muster für diese Fliege ist die Yello Sally, eine ausgezeichnete Äschenfliege.
Ansonsten ist in dem geringen Aufkommen an Steinfliegen nur noch die Familie der Leuctridae wichtig, die zu Beginn des Frühlings und im späten Herbst mit dem Muster Needle Fly die Saison eröffnet und abschließt.
Ein Insekt kann also bei der Makrozoobenthos Untersuchung zahlenmäßig eine untergeordnete Rolle spielen, für den Fliegenfischer aber sehr bedeutsam sein. Manches Insekt kann aber auch nicht vorgefunden werden, da es in dem Gewässer nicht vorkommt.

So z.B. die in der Literatur oft ausführlich beschriebene Rhitrogena Germania (March brown) brauchen Sie indessen nicht nachzubilden, da sie in der Ahr definitiv nicht vorkommt. Dies gilt auch für die kleine Baetis niger (Iron Blue ). Da aber z.B. die Baetis muticus (kleine Olive) von Ende April bis Saisonende sehr häufig vorkommt, kann nicht auf ein Muster für kleine Oliven verzichtet werden.
Soll die Erhebung von Nutzen sein, so müssen die vorgefundenen Individuen also auf Tauglichkeit für das Fliegenfischen anhand der Fachliteratur untersucht werden.
Hieraus kann dann nach Kenntnis der ungefähren Flugzeit, der Größe, der Farbe und des Erscheinungsbildes das passende Muster entwickelt werden.
Selbstverständlich ist nicht für jedes Insekt ein eigenes Muster herzustellen. Gruppenmuster reichen meist völlig aus.
Da die Eintagsfliege Torleya major und die Köcherfliege Brachycentrus maculatus  in sehr großer Anzahl festgestellt wurden, empfiehlt sich für diese Fliegen ein spezielles Muster zu entwickeln.

Zusammenfassung:

Eine Makrozoobenthos Untersuchung ist eine Stichprobe der Unterwasserinsekten als Ergebnis einer bestimmten Untersuchungsmethode, zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort und den für diesen Zeitpunkt geltenden Umweltbedingungen.

Sie kann aber nie eine abschließende Bestandsaufnahme für das ganze Gewässer darstellen. Bei fachlicher Überarbeitung durch den Fliegenfischer in Hinblick auf die Verwendungsmöglichkeiten für das Fliegenfischen, d.h. Flugzeiten, Steigverhalten, Größe, Farbe und sonstiges Aussehen, kann die Makrozoobenthos Untersuchung jedoch die entomologischen Erkenntnisse über das Gewässer beträchtlich erweitern.
Eine gründliche entomologische Grundausbildung für den Fliegenfischer ersetzt sie indessen nicht.

Literaturempfehlung hierzu:
Reisinger, Bauernfeind, Loidl – Entomologie für Fliegenfischer,
Leon Janssen – Fliegenfischen

Weitere benutzte Literatur:
Dr. Maria Dommermuth
Erhebung und Bewertung des Makrozoobenthos im Einzugsgebiet der
Oberen Ahr, 2008  – 2009,
Klaus Enting
Kommentiertes Verzeichnis der in Rheinland-Pfalz nachgewiesenen
Steinfliegenarten,
Eiseler & Enting  2010
Checkliste der Steinfliegen in NRW
Arne Haybach & Peter Malzacher
Verzeichnis der Eintagsfliegen Deutschlands
Karola Winzer, 2006
Köcherfliegen
Peter J. Neu
Checkliste der Köcherfliegen Deutschlands
Wilfried Wichard, Rüdiger Wagner
Die Köcherfliegen
Jürgen Schrodt
Insektenkunde für Fliegenfischer

Bilderquellen: Wikipedia, A.S.V. Chiemsee, freie Bilder

 

Die Verbreitung der Fische im Fluss System

Äsche

Fische Verbreitung Ahr

Eine Aufstellung der vorkommenden Fischarten in Mittelgebirgsflüssen ( auch der Ahr ) mit Ihrer Verbreitung von der Quelle bis zur Mündung.

Weihnachten 2017

Weihnachten Arge Ahr